Unser Verständnis von Kulturvermittlung

Kulturvermittlung – in/ im (KulturBüro) Soest

Ein zentraler werdender Dreh-und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft, ist die Diskussion um das Thema Kulturvermittlung. Diesem stellt sich auch das KulturBüro Soest und definiert für sich ganz klar, in welchen Aspekten Kulturvermittlung realisiert werden kann, wie das eigene Verständnis von Kulturvermittlung ist und in welchen Teilbereichen (bis dato) Abstand genommen wird, bzw. werden muss. Eines ist klar: Es ist jedenfalls komplizierter, als es scheint!

Was also ist Kulturvermittlung?

Die Beantwortung der Frage erzeugt gleich eine erste Schwierigkeit, denn die Verzahnung des Kulturmanagements, der Kulturvermittlung und des Kulturmarketings lassen sich nicht oder nur schwer losgelöst voneinander darstellen. Viele haben sich darüber bereits Gedanken gemacht – schaut man in die Liste der fachspezifischen Veröffentlichungen in Form von publizierten Beiträgen, Thesen und Argumenten. Eine Übersicht darüber zu bekommen, ist nicht ganz leicht. Wir versuchen es im folgenden Text trotzdem, legen hier aber den Fokus auf unser Verständnis von Kulturvermittlung.

Eruiert man als ersten Anhaltspunkt im Internet, erhält man unumgänglich bei Wikipedia die Antwort, dass Kulturvermittlung aus einem Austausch mit Aktion und Reaktion besteht, der darauf spezialisiert ist, Informationen über Kultur, Künste, wissenschaftliche sowie gesellschaftliche Aspekte zu überbringen. Laut Birgit Mandel geht es um eine Initiierung des kulturellen Bildungsprozesses. (vgl. Birgit Mandel 2012/ 2013)  

Kulturvermittlung als solches nimmt erst seit den letzten Jahren an Bedeutung zu – die Stadt Soest hat das schon in frühen Jahren erkannt und bereits im Jahre 1998 – mit der Einrichtung des KulturBüros Soest im soziokulturellen Zentrum Kulturhaus Alter Schlachthof verankert – aufgegriffen. Der Basisgedanke der Kulturvermittlung rührt aus ähnlichen Perspektiven her, wie die “Soziokultur” (lest hierzu gerne unseren Blogbeitrag zur Soziokultur!) – gegründet auf den Gedanken “Kultur für alle” (Hilmar Hoffmann) und “Bürgerrecht Kultur” (Hermann Glaser). Dass Soest dieses auch zukünftig erhalten und ausbauen möchte, wird durch die im Jahre 2020 beschlossene Neuprofilierung des KulturBüros Soest deutlich. 

Eindeutig ist für uns: Hinsichtlich unserer Kulturvermittlungstätigkeiten, geht es uns darum, Zugang zu der (Soester) Kultur zu schaffen. Nicht im Sinne der Kunstvermittlung oder der Museumspädagogik [Das Ziel der Anwendung der Kultur wird stärker in anderen Häusern und Institutionen fokussiert – so z.B. in der Abteilung Kultur der Stadt Soest, im Museum Wilhelm Morgner, im Kunstverein Kreis Soest, im Künstlerhaus BEM Adam, in der KunstPraxis etc.], aber im Rahmen der Publikumsansprache, des aufmerksam Machens, und der Ermöglichung von kultureller Bildung, ohne diese inhaltlich zu gestalten. Für uns steht die (Soester) Kultur (mit ihrer Vielfältigkeit, den Individuen in Form von Kulturschaffenden, Besuchern, potentiellen Interessenten sowie der Gesellschaft – u. a. auch in Form der Politik und Wirtschaft etc.) im Fokus.

Die Kommunikationsarbeit für das Publikum ist für uns zentraler Dreh- und Angelpunkt unseres Kulturvermittlungsverständnisses. Hier fokussieren wir uns auf die Kulturvermittlung vorhandener Soester Angebote. Unser Ziel ist es, Aufmerksamkeit für Vorhandenes zu schaffen und auf diesem Fundament aufbauend – über unterschiedliche Ansätze – Zugänge zu der Soester Kulturszene zu ermöglichen. Konsequent geht es um die Unterstützung der einzelnen Kulturakteure als strategischer Partner (Marketing, Veranstaltungsplanung, Angebote von Workshops, Seminaren etc., Vermittlung an pot. Partner und Organisationen – im Sinne von “Hilfe zur Selbsthilfe”), der (überregionalen) Darstellung der Stadt Soest als Kulturstadt sowie dem Fördern der interkulturellen Sensibilität (im Stadt- und Gesellschaftsgeschehen) – ganz im Sinne der Identitäts- und Gemeinschaftsstiftung. Dabei liegt uns das Kuratieren fern. Der Vorsatz unserer Vermittlung liegt in der Moderation des vielfältigen kulturellen Soester Lebens – dies beinhaltet Hochkultur, Popkultur, Soziokultur, digitale Kultur usw. Dabei sehen wir die Kultur als ein Puzzleteil im Gesamtgeschehen – als Querschnittsaufgabe, als vermittelndes Instrument an sich. 

Die beschriebenen Ansätze, die für uns unumgänglich sind, Kultur zu vermitteln, sind gleichzeitig Inhalte unserer Kulturmarketing- und Kulturmanagement-Strategien, die in unserem Haus direkt und indirekt miteinander verzahnt sind.

Kulturvermittlung ist somit auch bei uns neben dem Kulturmarketing ein Teilbereich des Kulturmanagements das wir ausüben (möchten).

Betrachten wir unsere derzeitigen Kulturmarketing-Aktivitäten, geht es hier um die interne und externe Kommunikation inkl. der Ansprache der Öffentlichkeit und des Netzwerkmanagements (hier wird in Zukunft ein weiterer Blog-Beitrag zu erscheinen.) Unser Kulturmangement-Ansatz involviert die Aufgabenstellungen der Moderationsarbeit, des Beraters, des Aktivierens und Impulsgebens, der Koordination und (Informations)vermittlung,

Festhalten können wir darüber hinaus: Einen Teilbereich des Kulturmanagements können und möchten wir in unserem Haus nicht realisieren. So führen wir kein Veranstaltungsmanagement im Bereich der Ausübung, sondern ausschließlich im fortbildenden Sinne. Darüber hinaus nehmen wir Abstand von der Intendanz. Der derzeitige Kern unseres Aufgabenportfolios liegt in dem Ziel, die Wahrnehmung der (Soester) Kultur zu intensivieren und im Stadtgeschehen und über die Grenzen hinaus stärker zu etablieren. Hierbei betrachten wir die Kultur an sich und die Kulturvermittlung u.a. als Querschnittsaufgabe im Stadtgeschehen – ganz im Sinne unserer vermittelnden, informierenden, moderierenden, aktivierenden, Impulsgebenden, publizierenden, beratenden und unterstützenden Initiativen.

Simultan ist es uns ein Anliegen, Prozessoptimierungen zu beachten und Ressourcensparend vorzugehen (Aspekte des Kulturmanagements) – darauf sind unsere strategischen Prozesse ausgelegt: Sowohl die Konzeption als auch die Organisation der Rahmenbedingungen. Durch die rasante Veränderung des digitalen Angebotes, verändert sich zudem unsere operative Umsetzung des Kulturvermittlungsgedankens. Der Vorteil liegt hier u.a. darin, dass wir auch zu jetzigen Pandemie-Zeiten parallel, konsequent und nachhaltig an der Kulturvermittlung weiterarbeiten können. In der Kombination und Verbindung der Kulturvermittlung und einer gewissen Medienkompetenz sehen wir den Schlüssel für die Basis einer langfristigen Vermittlungstätigkeit, die nicht nur durch uns als KulturBüro Soest, sondern durch unsere vielfältigen Stakeholder getragen wird. Unsere Herausforderung wird es (weiterhin) sein, kulturelle Kontexte zu managen. 


Wo liegen unsere (digitalen) Kulturvermittlungsangebote? 

(zum Thema digitale Kulturvermittlung wird ein eigener Blog-Beitrag erscheinen), daher hier nur grob angerissene Themen:

Basismäßig haben wir damit begonnen, überhaupt ein digitales, kulturelles Handeln und Geschehen aufzubauen. Wir haben eine Website für die gesamte Soester Kultur ins Leben gerufen; wir erstellen interaktive Karten, damit die Soester Kultur-Locations vereinfacht auffindbar sind und präsentiert werden können. Wir bieten des Weiteren einen regelmäßigen Newsletter, bedienen Social Media-Kanäle, bestücken diesen Blog – und haben vor allem ein Soester Kulturforum (s. unseren Blogbeitrag zum Thema kulturelles Forum) ins Leben gerufen und programmieren lassen. Hier wird Kultur vermittelt, vermarktet, eigenständig durch Kulturakteure übermittelt und vor allem vernetzt. Die Kultur an sich wird in diesem Forum zum gesellschaftlichen Dreh- und Angelpunkt, aus der sich weitere Ansätze ergeben (können). Somit (ver)leiten wir auch hier mit unserem Verständnis von Kulturvermittlung zum Wahrnehmen und Anwenden.

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