Zu Gast beim Circuszentrum Balloni e.V.

Zu Gast im Circuszentrum Balloni, stehen wir fasziniert vor dem mächtigen, in die Jahre gekommenen Bau mit so viel Charme und Raffinesse.

Das derzeitige zu Hause des gemeinnützigen Vereins ist eine alte, imposante Lagerhalle in einem zentrumsnahen Gewerbegebiet mit optimalem Anschluss an umliegende Wohngebiete. Soweit der Charme der Lagerhalle auch erhalten werden konnte und so sehr Lagermöglichkeiten für das reichhaltige Aufkommen an Requisiten, Übungsgerätschaften, Kostümen und weiteren Materialien etc. benötigt werden, birgt das Herzstück der Halle viel mehr als nur einen Lagerort.

Zuallererst ist sie Heimat. Heimat eines 220 Mitglieder starken Vereins, der diese Halle in den letzten 20 Jahren mit Liebe zum Detail renoviert, umgebaut, neu geplant, verfeinert und erweitert – ihr Leben eingehaucht – hat; und das alles ehrenamtlich. https://circuszentrum.de/images/rundgang/jonglierecke.html

Entstanden ist zentral eine Übungshalle: Ein Aufenthaltsraum, ein Treffpunkt, ein vergrößertes Wohnzimmer mit integriertem Spielzimmer – ein Loft für alle. Der imposante Hauptraum mit seinen knapp 5m Deckenhöhe, lädt die Kinder und Jugendlichen zu Akrobatik, Clownerie, Einradartistik, Fakirkünsten, Hoola Hoop Tanz, Jonglage, Laufkugelartisitk, Seilchen springen, Seiltanz, Trampolinartistik, Trapezartistik und Zauberei ein.

Neben dem Hauptraum werden wir bei unserem Vor-Ort-Besuch durch Lagerräume, ein kleines Büro, eine Werkstatt einen großen Eingangsbereich mit Laderampe sowie entlang der sanitären Örtlichkeiten geführt, die alle in detaillierter Handarbeit durch die Vereinsmitglieder hergerichtet und in Stand gehalten werden.

Um ehrlich zu sein, werden derzeit alle freien Flächen als Lagerraum genutzt. Grund ist die Verkleinerung der Nutzfläche innerhalb der Halle. Dies hängt unter anderem mit einem Eigentümerwechsel zusammen, durch den die bestehende Zukunftsperspektive des Zirkus in der Halle nicht mehr gewährleistet ist. Auf dieser Basis und bezüglich des anstehenden 20-jährigen Bestehens im Jahre 2022 sowie der damit einhergegangenen Wachstumsrate der Mitglieder, Aktiven und Zirkustalente, ist der gemeinnützige Verein nun auf der DRINGENDEN Suche nach einer zukünftigen, neuen und nachhaltigen Bleibe, die es ermöglicht, das bisher Geschaffene zu erhalten, Vorhandenes und Neues auszubauen und vor allem Zukunftsträchtiges perspektivisch zu erweitern.

Aber was ist das bisher Geschaffene eigentlich konkret?

Was den meisten sicherlich bekannt ist, ist die Tatsache, dass es in Soest einen Kinder- und Jugendzirkus gibt. Mitbekommen haben sicherlich viele – und vor allem Interessierte – dass es dort altersspezifisch wöchentliche Trainingseinheiten gibt und ebenfalls bekannt ist das alle zwei Jahre stattfindende Circusfestival – damals auf dem Petrikirchhof heute auf dem Vorplatz der Stadthalle Soest.

Aber wer macht das und was steckt dahinter?

Getragen wird der gemeinnützige Verein durch einen starken Vorstand, ehrenamtliche Trainer:innen  mit zirkuspädagogischer Erfahrung oder Ausbildung, die aktiven Mitglieder und deren Eltern, die ebenfalls ehrenamtlich in vielen Sparten mit eingreifen etc.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt im Zirkusgeschehen ist die „Gruppendynamik“, die sich aus unterschiedlichen Altersstrukturen, verschiedenartigen Erfahrungszeiträumen im Zirkus und der vielfältigen Kombination der Talente der unterschiedlichsten Mitwirkenden herauskristallisiert. Dabei gilt es auch flexibel und individuell zu schauen, welches Kind welche Erfahrungen hat, welche Förderungen benötigt werden oder wem ein bisschen mehr Herausforderung guttut.

Verantwortlich hierfür sind u.a. die ehrenamtlichen Trainer:innen, die das wöchentliche Training, Workshops an Wochenenden, das jährliche Festival sowie Kooperationsprojekte mit Kindergärten, Schulen, der Soester Jugendherberge etc. ermöglichen und begleiten. Diese Trainer:innen absolvieren die Zirkus-Juleica (Jugendleitercard) über die Fachstelle Zirkuspädagogik NRW. Aber nicht nur die Trainer:innen erhalten in Zusammenhang mit dem Circuszentrum Balloni eine professionelle Ausbildung:  Die Leiterin des Circuszentrums – Elke Schmücker (Dipl.Sozialpädagogin und Zirkuspädagogin) – bietet zirkuspädagogische Seminare für angehende Erzieher:innen und Heilerziehungs:pfleger:innen, die ebenfalls in den Räumlichkeiten des Zirkus durchgeführt werden. Darüber hinaus absolviert das mit Herzblut engagierte Oberhaupt derzeit selbst eine Fortbildung im Bereich „Inklusionsorientierte Zirkuspädagogik“ beim ZBK /Circus Sonnenstich in Berlin. Der Aspekt Inklusion ist u.a. schon jetzt bereits ein Schwerpunkt in der Zirkusfamilie, da bei den Ballonis schon heute Kinder mit und ohne Inklusionsbedarf aktiv sind und gemeinschaftlich interagieren. Darüber hinaus ist Jürgen Klug, der selbst im Rollstuhl lebt, bereits seit 18 Jahren als einer der Haupttrainer dabei und hat durch seine Behinderung den Inklusionsgedanken des Vereins von Anfang an mit nach vorne gebracht und basisgebend mit aufgebaut.

Aber nicht „nur“ Trainer, Leiter und Vorstand sind im Circuszentrum ausschlaggebend. Ein Joker im Team ist z.B. Anke Sindermann. Mit ihren Ausbildungen u.a. von der Tischlerin bis hin zur Baubetreuung, kümmert sie sich überwiegend um den Requisitenbau und die Bühnenkulissen, die von Vorstellung zu Vorstellung variieren und mit Herzblut gestaltet und realisiert werden. Aber auch „Nebenschauplätze“ werden von ihr intensiv bespielt. So setzt sie digitale Maßnahmen, wie die Raumdarstellung des Zirkus um und erstellt nebenbei z.B. Skizzen, Pläne, Beispielexemplare und Konzepte für die derzeitige neue Herbergssuche.

In unserem Gespräch mit Teilen des Vorstands wird deutlich: Hier zieht nicht einfach eine Institution um – viel mehr sucht eine Großfamilie im überdimensionalen Ausmaß eine neue, dauerhafte und nachhaltige Bleibe, ein neues zu Hause.

Und was soll neu ausgebaut und perspektivisch erweitert werden?

An sich ist die über fast 20 Jahre erschaffene Basis mehr als ausschlaggebend und tragfähig. Nichtsdestotrotz entwickelt sich die Zirkusfamilie stetig weiter und passt neben modernen Trainingseinheiten auch anderweitige Konzept-Aspekte immer wieder an, durchleuchtet und evaluiert sie. Somit liegt der Fokus in den kommenden Jahren noch intensiver auf dem immer wichtiger werdenden Inklusionsgedanken.

Hierfür und für alles Weitere wird somit dringend spezifischer Raum benötigt, den es gilt, baldmöglichst in Soest zu finden. Ob zum Kauf, zum Bau zur Miete oder als abgestimmtes Kooperationsprojekt – Elke Schmücker und Anke Sindermann nehmen Ideen, Angebote und Sponsoreninteressenten gerne entgegen. Der Verein träumt von einer modernen Zirkushalle, die barrierefrei und rollstuhlgerecht sein sollte, eben von einem „Zirkus für alle“. Das Circuszentrum wird bisher rein ehrenamtlich geführt und kann durch die Einnahmen der Teilnahmebeiträge, des Fördervereins, durch Gagen und Spenden eine Miete von ca. 2500 € monatlich aufbringen, damit 120 aktive Kinder und Jugendliche im zum Alter von 22 Jahren ihr Training wahrnehmen können.

„Vielleicht findet sich Investor:innen oder Sponsor:innen, die sich mit uns auf den Weg machen und unseren Zirkustraum von einem inklusivem Circuszentrum wahr werden lassen.

Das Circuszentrum Balloni könnte dann um so mehr ein leuchtendes Beispiel für gelebte Inklusion in Soest werden“ wird unser Treffen mit den Worten des Teil-Vorstandes abgerundet und auf den Punkt gebracht.

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